Wie ticken Blumen- und Pflanzensamen?

Mit Blumensamen und Pflanzensamen ein eigenes Stück Natur zu erschaffen, ist nicht nur ein spannendes Unterfangen, sondern erfordert auch viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Ebenfalls hilfreich ist zu wissen, wie Blumensamen und Pflanzensamen "ticken". Hier finden Sie die wichtigsten Eigenschaften:

Lichtkeimende Samen

Diese werden nur auf das Substrat oder die Anzuchterde angedrückt und nicht bedeckt. Die Samen sind so klein und haben so wenig Nährstoffe, dass die Keimung nur mit Hilfe von Licht zustande kommt. Vorsichtiges Wässern ist ganz besonders wichtig! Am besten das Aussaatgefäß auf eine Unterlage mit Wasser stellen und warten, bis die Feuchtigkeit bis zur Oberfläche durchgedrungen ist. Gewässert werden kann auch mit dem Besprüher. Zu den staubfeinen Lichtkeimern gehören etwa der Havannatabak oder die Ananansblume aus dem Gummibärligarten. Eine Pinzette erleichtert die Aussaat.

Samen in der Keimruhe

Viele Pflanzensamen besitzen Keimhemmstoffe. Diese verhindern, dass sie unter ungünstigen Bedingungen vorzeitig keimen. Besonders winterharte Bäume, wie etwa die vom naturkraftwerk angebotene Edeltanne oder der Liebesbaum sind mit Keimhemmstoffen ausgestattet. In der Natur werden die Pflanzen so daran gehindert, sofort nach dem Abfall im Herbst los zu wachsen - die Keimlinge würden im Winter erfrieren. Die Keimruhe kann durch eine Kälteperiode - natürlich oder künstlich - durchbrochen werden.

Vorbehandlung bei harter Schale

Einige Samen, wie die des Gingkobaumes, besitzen zu ihrem Schutz eine harte und wasserundurchlässige Schale. Eine Keimung erfolgt nur, wenn die Samen Feuchtigkeit aufnehmen können und Wärme bzw. Wärme und Kälte ausgesetzt sind. In der Natur sind die Samen einem Witterungsprozess ausgesetzt, der die Schale porös und durchlässig macht. Diesen Prozess können Sie zu Hause mit einer entsprechenden Vorbehandlung simulieren. Zuerst die Samen anfeilen oder mit Schleifpapier aufrauen. Auch ein vorsichtiges Anritzen mit dem Messer ist möglich. Danach die Samen je nach Art 12 - 48 Stunden in raumwarmen Wasser (ev. in der Thermoskanne) vorquellen lassen. Wechseln Sie das Wasser einmal täglich. Sind die Samen aufgequollen, müssen sie vor der Aussaat abgetrocknet werden.

Vorbehandlung mit Kälte

Temperaturschwankungen regen die Keimung bei Kaltkeimern, wie Edeltanne oder Liebesbaum, an. Diese Temperaturschwankungen können ganz einfach zu Hause simuliert werden. Oft reicht es, wenn die Samen für eine bestimmte Dauer im Kühlschrank gelagert werden. Bei einer Kalt-Nass-Behandlung werden die Samen im Aussaattopf mit feuchtem Substrat für eine bestimmte Dauer in den Kühlschrank gelegt. Alternativ kann der Aussaattopf bei entsprechender Witterung (0° – 5°C) einige Wochen ins Freie gestellt werden. Beachten Sie dazu die detaillierten Aussaatbeschreibungen. Wird die Kältebehandlung nicht gemacht, fällt der Keimerfolg sehr gering oder ganz aus.

Zu warme Temperaturen

Gerne werden die Anzuchttöpfe mit ganzjährig anzusetzenden Pflanzensamen über die Sommermonate ins Freie gestellt. Klettern die Temperaturen dann über 25°C verfallen viele Samen wieder in die Keimruhe, die dann nur mehr schwer bzw. gar nicht zu durchbrechen ist.